Heute habe ich ein einen besonderen Leckerbissen, denn ich konnte ein Gespräch über die Zukunft und Potentiale der digitalen Welt mit einem der bekanntesten Internet Marketern Deutschlands führen, nämlich mit Tobias Knoof!

In unserem Gespräch geht Tobias auf die grundlegenden Aspekte des Internet Marketing ein und zeigt, wohin sich die Möglichkeiten entwickeln. Das Interview ist so umfangreich und spannend geworden, dass ich das in zwei separate Beiträge aufteilen musste – hier geht es zum 2. Teil.

Hallo Tobias, schön das ich dich für ein Interview gewinnen konnte! Lass uns mit einer klassischen Frage starten: Wie bist Du zum Internetmarketing gekommen? Warum gerade dieses Thema?

Hallo Reto, erst einmal vielen Dank für das Interview! Gerne nehme ich mir die Zeit dafür. Mein Weg zum Internetmarketing entstand aus der Überlegung heraus, passive Einkommensströme aufzubauen. Dass heißt, ich wollte Einkommensarten finden, welche einmal aufgebaut auch weiterhin Umsätze generieren. Ich glaube, da gibt es nicht so wahnsinnig viele Möglichkeiten.

Einige davon wären Mieteinnahmen durch Immobilien, wobei hier die Anfangsinvestition oftmals viel zu hoch sind. Dann gibt es da Gewinne an der Börse, bei welcher man aber ebenfalls Unmengen von Fachwissen, Kontakten, vielleicht sogar Glück und jede Menge Startkapital benötigt. Und es gibt das Automaten-Business, also das Aufstellen von Blumen- Zigaretten-, Zeitungs- und Kaugummiautomaten, was ebenfalls zu sehr starken passiven Einkommensströmen führen kann.

Aber das sind nicht die Bereiche, wo Du Dich positionieren wolltest?

Nein, denn es lassen sich auch Gewinne durch automatisch gesteuerte Geschäftsprozesse im Internet erwirtschaften. Dies ist im Prinzip mein ganzer Antrieb seit Jahren. Letzteres funktioniert aus verschiedenen Gründen besonders gut mit digitalen Informationsprodukten, da diese unendlich replizierbar und duplizierbar sind, ohne erneut in Herstellungskosten investieren zu müssen. Ein physisches Produkt kann nur einmal verkauft werden und muss danach wieder neu hergestellt oder produziert werden. Dies bedingt jedoch auch die niedrigen Margen beim Affiliate-Marketing mit physischen Produkten.

Die Margen können nicht höher sein, da jedes physische Produkt nur einmal verkauft werden kann und anschließend mit neuen Produktionskosten wieder erstellt werden muss. Da jede neue Produkterstellung bei physischen Produkten aufs neue Kosten verursacht, können Margen über einen bestimmten Wert nicht hinausgehen. Geld verdienen mit digitalen Produkten, also alles was downloadbar ist, ist da schon um einiges lukrativer! Und letztendlich ist es das was mir am Internet-Marketing so gefällt, es ist die deutlich höhere Skalierbarkeit, Effizienz und Automatisierbarkeit gegenüber einem Malerbetrieb, einer Bäckerei oder einem Möbelladen.

Lass uns noch kurz über Mentoren und Vorbilder reden. Sie haben ja auch einen gewissen Einfluss auf die Zukunft. Hast du denn selbst Vorbilder? Und wenn ja, welches sind Deine Mentoren oder „Vorbilder“?

Ja, auf jeden Fall habe ich Vorbilder! Ich denke sogar jeder sollte Vorbilder haben, da Vorbilder einem zeigen, was man selbst noch erreichen möchte oder kann. Und wenn ein Mensch etwas geschafft hat, dann kann es ein anderer ebenso schaffen. Denn alles was man tun kann, kann man besser machen! Vorbilder befähigen einen, motiviert an die Sache heran zu gehen und dran zu bleiben… und nicht bei jedem kleinen Problem den Kopf in den Sand zu stecken.

Mein großes Vorbild ist zum Beispiel Anthony Robbins im privaten Bereich, welcher hervorragende Bücher über NLP sowie über die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit geschrieben hat. Im beruflichen Bereich finde ich sehr gut was Chris Anderson (Autor von „The Long Tail“) und Frank Kern (US-Marketer) machen.

Du lebst ja bereits sehr gut von Deinen Einkünften aus dem Netz. Wie hast Du den Schritt vom Hobby zum Beruf gemacht, wie hast Du Deine Ziele erreicht? 

Oh ja, ich erinnere mich noch gut daran, wie schwierig das am Anfang war. Daher kann ich die Leute sehr gut verstehen da draußen, wenn es heißt: „Der hat leicht reden!“. Doch ich weiß genau wie es ist, bin ja selber diesen Weg gegangen und habe irgendwann einmal mit dem allerersten Buch über Online-Marketing… mit der allerersten Seite, ja mit der allerersten Zeile und dem allerersten Wort angefangen… angefangen zu lesen, um das zu verstehen, was ich verstehen wollte und mir vorgenommen habe.

Es ist doch so: Zwischen einer Idee und dem Ziel liegt doch lediglich die Handlung. Klar, manchmal braucht man Monate oder Jahre und viel, viel Ausdauer… doch grundsätzlich ist die Handlung die „Brücke“ zwischen der Idee, also dem Wunsch… und dem Ziel, also dem Ergebnis. Es gibt dem nichts hinzuzufügen. Handlungen erzeugen Resultate. Punkt.

Und doch möchte ich an dieser Stelle gern den Lesern ein paar Tipps an die Hand geben. Mein erster Tipp, der wahrscheinlich so ziemlich ungewöhnlich ist, mit persönlich aber sehr weitergeholfen hat, ist… Konditioniert euch darauf, lernen und Veränderung als angenehm zu empfinden und permanentes lesen nicht als „notwendiges Übel“, sondern als eine phantastische Gelegenheit, seine Persönlichkeit wachsen zu lassen.

Das finde ich einen sehr guten Tipp, lieber Tobias. Kannst Du da noch etwas konkreter werden, wie man das genau anstellen sollte?

Wenn man Ziele vom Level 5 hat und die eigene Persönlichkeit hat nur Level 3, dann geht das einfach nicht. Level 5 ist zu hoch, die eigene Persönlichkeit muss erst wachsen, muss erst reifen, sich entwickeln. Andererseits wenn du Ziele auf Level 7 hast und bist selbst schon mit deiner Persönlichkeit auf Level 8, dann wird dir das Ziel kinderleicht vorkommen und du wirst es im „vorbeigehen“ erreichen. Die Größe der Persönlichkeit ist eben schon einen Level weiter.

Und so durchzieht sich das ganze Leben eines jeden Menschen. Jeder ist auf der Stufe, die er gerade fähig ist zu meistern… und Wünsche von großen Zielen sind lediglich die Vorboten der eigenen Fähigkeiten. Denn das was man wünscht, strebt man an. Und was man anstrebt, fokussiert man geistig und zieht es somit in gewisser Weise in sein Leben. Das hat nichts mit Mystik oder Spiritualität zu tun, es ist etwas ganz normales, dass das worauf man sich konzentriert, im Leben an Bedeutung zunimmt und sich in Form von noch mehr Situationen, Aktionen, Informationen und Personen zu dieser Thematik widerspiegelt.

Ich kann diese Aussagen absolut unterstreichen. Mir begegnen aber immer wieder Menschen, die überall Probleme und unüberwindbare Hindernisse sehen – anstatt diese als Chancen zu begreifen, an denen Sie wachsen können.

Wir sollten einen anderen Umgang mit „Problemen“ lernen. Und genau das meine ich damit, wenn ich sage, man muss sich auf das „Mögen von Veränderung“ konditionieren. Probleme wird es immer geben! Es ist eine der größten und tiefsten Illusionen der heutigen Zeit, das Menschen glauben wenn sie erst erfolgreich sind, das dann die Probleme aufhören. Sie werden nicht aufhören, denn das wäre das Ende der Entwicklung… und kollektiv gesehen das Ende der Evolution.

Es ist schlicht und ergreifend eine Illusion. Erfolgreiche Menschen haben viel eher ein anderes Verhältnis zu Problemen. Sie werden nicht als lästig und schmerzvoll empfunden, sondern als inspirierend, motivierend und antreibend… nach dem Motto: Jetzt erst recht! Und letztendlich ist es ja auch so, dass Probleme lediglich jene Fähigkeiten anzeigen, die noch nicht ausreichend entwickelt sind. Sie sind damit eher ein Feedback-Mechanismus, als ein leidiges Anhängsel des Erfolges!

Das ist eine sehr schöne Analogie! Ohne Probleme würde man die momentane Situation ja kaum ändern, und wenn man nichts ändert, bleibt alles beim gleichen! Von daher scheint es ja schon eine Menge „Probleme“ in der Infobranche hierzulande gegeben zu haben, denn sie entwickelt sich im rasanten Tempo weiter. Wie siehst du aus Deiner Sicht die Entwicklung der deutschen Infobranche?

Entwicklung ist ein gutes Stichwort, Reto! Und ja, man spürt es in jedem einzelnen Bit und Byte… das was mal als kleine, freakige Szene in Deutschland begann… als man noch mit großem Staunen zu unseren Kollegen nach Amerika schaute… und sich verwundert die Augen rieb, wie dort der neue Trend „Verkauf digitaler Informationsprodukte“ sich entwickelte… und heute 3-4 Jahre später ein Multi-Millionen-Markt entstanden ist…

Das ist schon sehr, sehr beeindruckend und zeigt die zunehmende Professionalisierung im gesamten deutschsprachigen Raum. Nach meiner Ansicht und Erfahrung her ist es auch das Geschäftsmodell des Jahrtausends. Das mag für den einen oder anderen vielleicht etwas reißerisch klingen, doch lass uns doch einmal folgende Überlegungen durchgehen…

Wir leben heute in einer Welt, in der die meisten Informationen jünger als 30 Jahre sind. In manchen Wissensgebieten kommt es angeblich alle 4 Jahre zu einer Wissensverdopplung der Informationen und Erkenntnisse. Tatsache ist jedoch, dass selbst diese Zahl mit zunehmender Informationsmenge eher noch kleiner wird, sich Informationen also noch schneller entwickeln!

Ich sehe das als eine große Herausforderung für uns – wir werden täglich mit unzähligen Informationen über alle Kanäle geflutet. Wie sollen wir damit umgehen?

Wir leben ja bereits in einem Ozean von Informationen, jeder bekommt das täglich zu spüren. Und auch die explosionsartige Zunahme der wissenschaftlichen Informationen ist nicht auf solch abenteuerliche Bereiche wie die Molekularchemie, Humankybernetik oder Quantenphysik beschränkt… wobei ich gerade letzteres Thema außerordentlich spannend finde, denn die Erkenntnisse in diesem Bereich sind geradezu überwältigend!

Es betrifft auch zahlreiche alltägliche Wissensgebiete, auf denen wir darauf bedacht sind, auf dem neusten Stand zu bleiben… Pädagogik, Ernährungslehre oder Allgemeinmedizin. Darüber hinaus… und da brauchen wir keine Propheten zu sein… wird sich das rasante Wachstum aller Voraussicht nach fortsetzen, ja sogar weiter beschleunigen, denn es gibt immer mehr Internet-Teilnehmer, Nutzer mobiler Endgeräte und praktisch die komplette globale Wirtschaft wird digitalisiert… und erzeugt damit Daten.

„Es gibt es ja alles kostenlos im Netz, warum soll ich da für digitale Produkte bezahlen?“, fragt sich nun der eine oder andere.

Man kommt daher zu dem Schluss, dass Menschen in naher Zukunft geradezu darauf angewiesen sind, gebündelte und vorgefertigte Informationspakete in Form von Büchern, Ebooks, Lernkursen oder Videos zu nutzen, da als Alternative nur der undankbare und zeitraubende Weg in das kolossale, ja uferlose Informationsmedium „Internet“ zur Verfügung steht.

Das heißt, mit zunehmender Informationsmenge, welche unbestritten immer mehr zu Tage tritt, werden die Menschen um so schneller, um so häufiger und um so mehr auf vorgefertigte Informationspakete zurückgreifen, ja zurückgreifen MÜSSEN, um nicht den totalen mentalen Kollaps zu erleiden! Die weltweit vorhandene Informationsmenge bestimmt somit das Konsumverhalten von Kunden gegenüber Informationsprodukten.

Dies bedeutet jedoch ganz erhebliche und weitreichende Konsequenzen für die sogenannte Infobranche. Diese hat sich als Geschäftsmodell auf die Fahnen geschrieben, das digitale Wissen dieser Welt zu bündeln und in hochwertigen Informationseinheiten „an den Mann“ zu bringen. Somit geht die Infobranche zunehmend den Weg in ein digitales Verlagswesen und wird zum Geschäftsmodell des Jahrtausends werden, denn wir schwimmen in Informationen… dem Rohstoff aller Informationsprodukte… sowie dem Rohstoff für Lernen, Wissen und Bildung eines jeden Menschen auf diesem Planeten!

Hier geht es zum 2. Teil des Interviews!

 

Über Tobias Knoof

Tobias Knoof ist Gründer des Online-Marketing-Magazin www.Digitale-Infoprodukte.de und ausgewiesener Traffic-Experte im Internet. Das Magazin schaffte es innerhalb von nur 2 Jahren nach der Domainregistrierung zu den 1.000 trafficstärksten Webseiten im deutschsprachigen Raum zu zählen. Allein in Deutschland gibt es jedoch über 14 Millionen „Punkt.de“-Domains.

Der Fokus des beliebten Magazins liegt auf den Themen “Erstellung, Vertrieb und Verkauf digitaler Infoprodukte”. Knoof war Traffic Marketing-Manager bei Yopi.de, einem der größten Preisvergleichsportale im deutschen Internet und ist Herausgeber des ersten Traffic-Masterkurses im deutschsprachigen Raum, dem TrafficPrisma. Er zählt zu den Pionieren der digitalen Marketingbranche in Deutschland und schuf mit dem TrafficPrisma binnen eines Jahres ein Standardwerk über Neukundengewinnung im Internet.